Im Test: Chess Position Trainer

Vor ein paar Wochen wurden wir gefragt, ob wir den Chess Position Trainer empfehlen können. Ich [Melanie] musste den Begriff dann erst mal googeln :-), wurde aber schnell fündig.

Die Seite http://www.chesspositiontrainer.com klärt mich darüber auf, dass es sich beim Chess Position Trainer (CPT) um eine Schachsoftware zum Training von Eröffnungen handelt. Die Beschreibung klingt verlockend:

"Sie [die Schacheröffnungssoftware] wird Ihnen bei der täglichen Arbeit eine große Zeitersparnis bringen und Sie werden sogar Spaß beim Trainieren Ihrer Eröffnungen erleben. Selbst wenn Sie noch nie zuvor ein eigenes Repertoire erstellt haben, macht es dieses Schachprogramm kinderleicht für Sie und es besteht eine gute Chance, dass Sie sogar süchtig werden!"

Zeitersparnis? Spaß beim Eröffnungstraining? Das klingt erst mal suuuper! Also kostenlos die Testversion runterladen und los geht‘s! Insgesamt habe ich das Programm einen Monat lang getestet. Hier meine Zusammenfassung:

Das Konzept

Der Chess Position Trainer dient dem Aufbau und dem Erlernen von Eröffnungsvarianten, aber auch dem Training von Mittelspiel- und Endspielstellungen. Im Unterschied zu ChessBase werden nicht Partien, sondern Positionen mit ihren entsprechenden Kandidatenzügen gespeichert.

Als Nutzer kann man zunächst ein Eröffnungsrepertoire oder Thema anlegen und anschließend alle zugehörigen Positionen trainieren.

Das Erstellen eines Repertoires

Man kann direkt im Chess Position Trainer ein Repertoire anlegen oder eine beliebige pgn-Datei importieren. Durch Ordner und Unterordner kann man seinem Repertoire eine Struktur geben.

Chess Position Trainer: Erstellen eines Eröffnungsrepertoires

Für meinen Test habe ich vier Eröffnungsvarianten ausgewählt und als pgn importiert (siehe Grafik). Ich empfehle vorher sicherzustellen, dass in jeder Stellung die bevorzugte eigene Fortsetzung auch als Hauptvariante angegeben ist – sonst trainiert man die Alternativvariante.

Das Training

Angelegte Themen und Eröffnungsvarianten kann man systematisch trainieren. Dafür wird einem zunächst die zu lernende Stellung bzw. Variante präsentiert. Anschließend wird man aufgefordert die gezeigten Züge zu wiederholen.

Chess Position Trainer: Eröffnungstraining

Für ein effektives Training werden für jede gelernte Position Wiederholungen terminiert. Das geschieht automatisch im Trainingsplaner. Bei den Wiederholungen wird die Variante vorher nicht noch mal gezeigt – so kann man überprüfen ob man die Züge wirklich langfristig verinnerlicht hat. Bei einem Fehler wird die Stellung ein paar Tage später erneut geprüft.

Chess Position Trainer: Trainingsplaner

Statistiken

Es gibt einige Statistiken, die Aufschluss über den Trainingsfortschritt geben.

Chess Position Trainer: Statistiken

Premium versus kostenlose Version

Eine Lizenz für die Vollversion kann man für 39,90€ erwerben, die Basisversion kann kostenlos genutzt werden. Ich empfehle euch auf jeden Fall die Premium-Version kostenlos für 4 Wochen zu testen, anschließend könnt ihr direkt vergleichen welche Features in der Vollversion zusätzlich zur Verfügung stehen. Ich empfehle ganz klar die kostenpflichtige Version, da sie mit den Statistiken ein für mich absolutes Motivationsplus bietet.

Chess Position Trainer: kostenlose Version

Fazit

Meinem Wissen nach bietet der Chess Position Trainer eine Form des Eröffnungstrainings, die ich sonst bei keinem Konkurrenzprodukt bisher gesehen habe. ChessBase verspricht mit dem Chess Openings Training Ähnliches, kann meiner Meinung nach mit den Funktionen des Chess Position Trainer aber nicht mithalten.

Besonders gut gefallen mir der Trainingsplaner und die Statistiken. Dadurch kann man den eignen Trainingsfortschritt verfolgen und wird zusätzlich motiviert.

Kleine Schwachstellen gibt es bei der Kompatibilität mit ChessBase. Letzteres verwende ich für die Erstellung meines Repertoires sowie die konkrete Partievorbereitung. Ergeben sich in diesem Zuge Änderungen im Repertoire, muss man für das Training die Variante im CPT händisch ändern oder aber erneut die pgn-Datei hochladen wodurch aber die Statistiken verloren gehen. Auch Kommentare sowie Bewertungen müssen individuell ergänzt werden. Die Mühe sollte man sich aber durchaus machen, sonst läuft man Gefahr nur stumpf Varianten und keine Pläne zu lernen.

Natürlich kann man sein Repertoire auch direkt im CPT erstellen und überarbeiten und dafür sogar eine Engine hinzuschalten. Dafür fehlt mir dann aber die umfangreiche Datenbank von ChessBase, weshalb ich beide Programme als Ergänzung betrachte.

Insgesamt ist für mich der Chess Position Trainer ein echter Glücksgriff. Ich lerne prinzipiell ungern Eröffnungen und habe deswegen entsprechenden Trainingsbedarf. Der CPT hat mich motiviert, im Testmonat täglich 30-60 Minuten in mein Eröffnungstraining zu investieren. Deswegen werde ich den CPT auch nach meinem Test für das Training meines Repertoires weiter verwenden.

Was sind eure Erfahrungen mit dem Chess Position Trainer?

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