Pfalz Open 2020

2019 war für mich ein sehr bitteres Schachjahr: von 2342 ist meine Elozahl im Laufe des Jahres bis auf 2227 gefallen – dem tiefsten Wert seit meinem 17. Lebensjahr.

Dabei hatte ich durchaus Ambitionen: habe viele Turniere gespielt und regelmäßig trainiert. Da hilft dann nur dranbleiben und kämpfen. Und hoffen, dass sich das Training doch noch irgendwann auszahlt.

Mit dieser Einstellung bin ich dann auch ins Jahr 2020 gestartet. Mein erstes Turnier war das Pfalz Open, das bereits zum elften Mal in Neustadt an der Weinstraße ausgerichtet wurde. Für mich war es die erste Teilnahme, aber bestimmt nicht die letzte. Denn von der Unterbringung über den Spielsaal bis hin zur Verpflegung vor Ort war an den Bedingungen und der Turnierorganisation absolut nichts auszusetzen.

Es wurden 9 Runden in 5 Tagen gespielt – also arbeitnehmerfreundlich (nur 3 Urlaubstage erforderlich) und mit Normenchancen. Davon wurde am Ende aber nur eine an Adrian Gschnitzer vergeben, der diesen Monat allerdings auch ohne diese Norm den IM-Titel bereits verliehen bekommt.

Melanie und Niko in der vierten Runde. Foto von der Turnierseite.
Melanie und Niko in der vierten Runde. Foto von der Turnierseite.
M. Lubbe - GM W. Wetoschko. Foto: B. Vökler
M. Lubbe - GM W. Wetoschko. Foto: B. Vökler

Ich würde diesen Titel gern auch noch erreichen, die erforderlichen Normen habe ich bereits. Was noch fehlt ist die Elozahl von 2400 – und da wären wir wieder beim anfangs erwähnten Problem. Nach dem Turnier sieht die Entwicklung aber zumindest nicht mehr ganz so düster aus. Mit 6,5/9 Punkten gab‘s einen kleinen Lichtblick für mich, der mit dem 11. Platz im A-Turnier, dem Frauenpreis und 45 Elopunkten belohnt wurde.

Frauenpreise beim Pfalz Open: Sarah Papp (2. Platz), Melanie (1. Platz), Annmarie Mütsch (3. Platz) © https://www.pfalzopen.de/
Frauenpreise beim Pfalz Open: Sarah Papp (2. Platz), Melanie (1. Platz), Annmarie Mütsch (3. Platz) © https://www.pfalzopen.de/

Für Niko ging das Turnier mit dem fünften Platz auch noch versöhnlich aus, nachdem er bereits in der ersten Runde eine schmerzhafte Niederlage wegstecken musste.

Hier die Tabelle:

Schachliche Highlights

M. Lubbe - S. Papp

In meiner Partie gegen Sarah wäre im 36. Zug eine hübsche Taktik möglich gewesen, die ich aber nicht gesehen habe:

Stellung nach 35...Te2
Stellung nach 35...Te2
Analysestellung nach 37...Lg8
Analysestellung nach 37...Lg8
Fotot von B. Vökler
Fotot von B. Vökler

Nach 35...Te2 hätte ich mit 36.Tc7! fortsetzen können. Auf 36...Txb2 folgt 37.Txg7+ Kf8 (Kh8 wird nach 38.Th7 Kg8 39.Tcg7 Kf8 40. h6 Matt) 38.h6 und Schwarz muss ide Figur zurückgeben.

Daher ist nach 36.Tc7 Kh8 die beste Fortsetzung. Nach 37.Txg7 Lg8 (Diagrammstellung 2) muss Weiß dann noch 38. Tg6 finden, hat dann aber eine Gewinnstellung erreicht.

M. Lubbe - T. Küppers

Stellung nach 22...b5
Stellung nach 22...b5

Findet ihr die gewinnbringende Partiefortsetzung?

 

23.Lf3 (es droht nicht nur Lxc6, sondern auch Th1) 23....Dd7 24.Th1 Kg8 25.cxb5 +- (und nun kann Schwarz nicht zurückschlagen, da Txh7 nebst Dc2+ droht und der Sc6 hängt.