Knapper Sieg gegen Ägypten


Im heutigen Match gegen Ägypten traten wir in der folgenden Aufstellung an: Elisabeth, Zoya, Tatjana und Sarah. Ich hatte also Zeit mich um meinen Koffer zu kümmern, der bisher immer noch nicht aufgetaucht ist. Die Organisatoren hatten sich dankenswerterweise bereit erklärt, mich zum Flughafen zu fahren. Dort angekommen wurde mir erklärt, dass man nicht wisse, wo mein Koffer sei. Ich solle mich noch ein bisschen gedulden und würde informiert werden, sobald es Neuigkeiten gibt. Are you kidding me? Geduld ist noch nie meine Stärke gewesen. Und woher soll der Koffer plötzlich auftauchen wenn er momentan nicht auffindbar ist? Wir hatten ja sogar in Oslo unser Gepäck neu einchecken müssen... mein Koffer müsste sich also eigentlich irgendwo zwischen Oslo und Tromsø befinden.

Nach einigen Diskussionen erklärte sich die Dame am Service-Schalter schließlich dazu bereit, den Inhalt meines Koffers zu erfassen und diesen mit den nicht identifizierbaren Gepäckstücken in Oslo zu vergleichen. „Wie viele Kleider haben Sie in Ihrem Koffer? Welche Farbe hat Ihre Kulturtasche? Führen Sie Zigaretten mit sich?“ Die Prozedur dauerte eeeewig. Noch mehr Zeit nahm dann der Vergleich mit den gestrandeten Koffern auf sich. „ Schwarzer Hut in einer Tüte?“ „Nein!“ „Beige Cowboystiefel?“ „Nein!“  … Endlich dann der langersehnte Moment: Mein Koffer konnte identifiziert werden. Der Aufkleber war abhandengekommen, weshalb mein Koffer nicht mehr zugeordnet werden konnte und in Oslo geblieben ist. Erleichterung! Es wird zwar noch etwas dauern, bis der Koffer in unserem Hotel ankommen wird. Aber zumindest ist nun sicher, dass er irgendwann ankommen wird.

Die ganze Prozedur hatte mehrere Stunden in Anspruch genommen. Ich kam gerade noch rechtzeitig, um die Schlussphase unseres Matches zu verfolgen. Wir hatten uns zwar mehr als einen knappen 2,5-1,5 Sieg gegen Ägypten gewünscht, am Ende zählt aber nur der Mannschaftssieg! Unsere Männer traten etwas überzeugender auf:  4:0 gegen Norwegen 3.

© chess24.com/Georgios Souleidis
© chess24.com/Georgios Souleidis

Dass ich nicht selbst gespielt habe hatte neben meiner Gepäckfindungsodyssee noch einen weiteren Vorteil: ich konnte Carlsen live in Action erleben. Es dauerte zwar eine Weile, bis ich mich zu seinem Brett durchgekämpft hatte, aber dann konnte ich seine Grimassen aus nächster Nähe bewundern :-).

Morgen spielen wir um 14:00 Uhr gegen Armenien, unsere Männer treffen auf England.