German Masters der Frauen vom 16.-25. November 2014 in Dresden


Endlich! Mit dem German Masters der Frauen fand vom 16.-25. November ein Turnier statt, auf das wir Kaderspielerinnen schon lange gewartet hatten: Ein geschlossenes Rundenturnier mit den besten Spielerinnen Deutschlands. Mit einem Preisfond von 10.000 Euro und einem erfahrenem Ausrichter, dem ZMDI Schachfestival Dresden,  waren die Rahmenbedingungen so attraktiv, dass alle der 10 eingeladenen Spielerinnen zusagten und sich am 16. November auf den Weg nach Dresden machten.

Quelle: http://www.schachbund.de
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Besonders reizvoll war das Turnier auch durch die Möglichkeit, sich mit der „Konkurrenz“ direkt messen zu können. Denn außer Elisabeth, die mit ihrer Elozahl von 2480 unangefochtene Nummer 1 in Deutschland ist, gibt es zwischen den anderen Spielerinnen keine großen Spielstärkeunterschiede.  Mit Zoya Schleining (2351), Marta Michna (2343), Ketino Kachiani-Gersinska (2343), Sarah Hoolt (2334), Filiz Osmanodja (2322), Judith Fuchs (2289), Hanna Marie Klek (2219) und mir nahmen neun Spielerinnen an dem German Masters teil, die jedes Jahr erneut um die Nominierung für die Nationalmannschaft kämpfen müssen.

Quelle: http://www.schachbund.de
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Allerdings brachte dieser direkte Vergleich auch negative Nebeneffekte mit sich. Mit fast allen der anwesenden Spielerinnen hatte ich bereits in einer Mannschaft gespielt und mich über Eröffnungsvarianten etc. ausgetauscht. Das machte jede Teilnehmerin zu einer unangenehmen Gegnerin, die man in einem Open möglichst vermeiden möchte. Bei einem Rundenturnier geht das nun mal leider nicht. Also lautete mein Motto: „Augen zu und durch!“. Tja, die Augen hätte ich wohl besser auflassen sollen, denn so richtig gut lief das Turnier nicht für mich. Nach einem guten Start mit 2,5/4 (Remis gegen Tatjana, Elisabeth und Marta, Sieg gegen Hanna Marie) setzte eine nicht enden wollende Durststrecke mit vier Niederlagen in Folge ein. Erst in der letzten Runde konnte ich wieder einen Erfolg verbuchen. Mit einem Sieg gegen Sarah rettete ich mich noch auf den achten Platz.

Quelle: http://www.schachbund.de
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Kleiner Trost: ich bin mir selbst treu geblieben und habe meine kämpferische Einstellung bis zum Schluss nicht verloren. Auch nach drei Niederlagen lehnte ich gegen Zoya zwei Mal eine Zugwiederholung ab, nur um am Ende dann noch ein viertes Mal zu verlieren. Also lagen hier Kampfgeist und Dummheit wohl eng beieinander... Den Preis der tragischen Heldin kann ich trotzdem nicht für mich beanspruchen. Denn Filiz holte aus den letzten fünf Runden einen halben Punkt und schloss das Turnier mit einer sehr unglücklichen Niederlage ab. Trotzdem hat sie bei dem Turnier unter Beweis gestellt, dass sie trotz ihres jungen Alters sehr gut mit den erfahreneren Spielerinnen mithalten kann.

Mit 7/9 konnte Elisabeth das German Masters souverän vor Marta (5,5) und Zoya (5) gewinnen. Insgesamt ein spannendes Turnier mit kämpferischen Partien, das unbedingt nach einer Fortsetzung verlangt! Vielen Dank an dieser Stelle auch an das Sponsoren/Ausrichter-Trio: DSB, ZMDI und UKA!

Hier noch ein paar Taktikaufgaben aus dem Turnier. Viel Spaß beim Lösen :-).

Aufgabe 1 aus der Partie Klek - Schleining. Weiß am Zug!

Aufgabe 2 aus der Partie Osmanodja - Ohme. Weiß am Zug!

Aufgabe 3 aus der Partie Ohme - Michna. Weiß am Zug!

 

Lösungen:

1) 1.hxg7+ Dxg7 (Kxg7 2.De5 +-) 2.Txh7+ Kxh7 3.Dh3+ Kg6 4.Df5 Kh5 5.Le2#

2) 1.Dg4 Kh7 (Lg7 2.Le5 Db1+ 3.Ld1 +-) 2.Le4+ f5 3.Dh5+ Kg8 4.Le5 Lg7 5.De8+ Kh7 6.Dd7 +-

3) 1.Dc2 Dc2 2.Lc2 Tc1 3.Kd2 Th1 4.Se5 +-