Es wäre auch zu schön gewesen


Heute hatte ich den nominell stärksten Gegner meiner bisherigen Schachkarriere (zumindest wenn man nur Turnierpartien berücksichtigt): Andrei Istratescu. Der rumänische Großmeister, der derzeit für Frankreich spielt, hat bereits an zahlreichen Schacholympiaden und Europameisterschaften teilgenommen und hat derzeit eine Elozahl von 2671. Tja, wie bereitet man sich auf so einen Gegner vor? Leider verfügen so starke Spieler wie Andrei meist über ein sehr breites Eröffnungsrepertoire. Gegen 1.e4 hat er schon so ziemlich alles gespielt und auch die Varianten, die er noch nicht auf dem Brett hatte, kennt er vermutlich besser als ich. Da kann man nicht eben in 3 Stunden eine Überraschungswaffe austüfteln. Also besser noch mal das eigene Repertoire wiederholen und auf eine angenehme Variante hoffen. Nunja, es kam natürlich genau das, was ich mir nicht noch mal angeschaut hatte: 1….g6.

Irgendwie habe ich die Eröffnung trotzdem überstanden. Ich konnte zwar mit Weiß keinen Vorteil erzielen, erreichte jedoch eine angenehme ausgeglichene Stellung, die ich mit einem netten Damenmanöver auch in ein remises Endspiel hätte abwickeln können. Stattdessen gewährte ich meinem Gegner zu viel Gegenspiel und musste mich am Ende doch geschlagen geben.

 

Ohme - Istratescu

Stellung nach 27...Da5

 

In der Partie folgte 28. Lxd4. Besser wäre 28. Dd1 Dc3 29. Db3 = gewesen.

 

Analysediagramm

 

Nächste Runde geht es bereits um 10:00 Uhr gegen Heinz Zimmermann. Die vierte Runde beginnt dann um 17:00 Uhr.