Anreise nach Graz


Die Nominierungen für die Olympiade stehen bald bevor, weswegen ich mein schlechtes Abschneiden beim Erfurter Schachfestival auf keinen Fall auf mir sitzen lassen kann. Ich war also auf der Suche nach einem gut besetzten internationalen Turnier, das ich irgendwie noch in meinem vollen Terminkalender unterbringen konnte. Wie gerufen kam dann die Nachricht von Andrea Schmidbauer, die mich zu ihrem Turnier in Graz vom 14.-21.02 einlud. Ein kurzer Blick auf die Teilnehmerliste und mein Interesse war geweckt: Es versprach ein hochwertiges Turnier mit internationaler Besetzung zu werden.

 

Ein kleines Problem stellte allerdings die Anreise dar. Nun möchte man meinen, dass für eine Deutsche die Anreise nach Österreich nicht übermäßig umständlich sein kann. Für eine Deutsche, die in den Niederlanden wohnt allerding schon! Einen günstigen Flug konnte ich nicht finden, weswegen die Bahn die einzige Alternative war. Eigentlich fahre ich total gerne mit dem Zug. Man kann ungestört lesen, arbeiten, Schachaufgaben lösen oder einfach nur aus dem Fenster starren. Und auch wenn es häufig zu Verspätungen kommt, so kommt man doch meist einigermaßen entspannt ans Ziel. Die 17 Stunden (!) Fahrtzeit von Groningen nach Graz wirkten dann aber auch auf mich etwas abschreckend. Aber es half ja alles nichts. Nach dem Motto „Wer Schach spielen will muss leiden“ rannte ich am Donnerstag nach meiner letzten Vorlesung im strömenden Regen zum Bahnhof und verfluchte schon nach 3 Minuten die gesamte Reise. Nun hieß es nämlich nicht nur 17 Stunden Zugfahrt überstehen, sondern 17 Stunden Zugfahrt mit nassen Haaren, nassen Schuhen und nasser Decke überstehen. 

Wie ihr an diesem Bericht merkt: ich habe es überstanden :-). Mit Augenringen, Rückenschmerzen und großem Hunger erreichte ich Graz gegen 11.00 Uhr morgens. Schnell im Spielsaal registrieren, etwas zu Essen besorgen, im Hotel einchecken und dann erst mal ins Bett! Viel Zeit zum Ausruhen blieb mir aber nicht, denn um 16:30 Uhr begann die Eröffnungsfeier und anschließend die erste Runde. Wie ich diese überstanden habe, erfahrt ihr hier...