Runde 7 – Schade!


Alles Schöne hat irgendwann ein Ende und so auch das Lüneburger Schachturnier 2013. Schade, denn ich habe die Zeit hier echt sehr genossen und auch schachlich hätte es für mich kaum besser laufen können. Aber bevor ich zu meinem Resümee komme, noch eine kurze Zusammenfassung der siebten und letzten Runde:

Ich hatte mal wieder eine außerordentlich spannende Partie. Mit meinem Unentschieden gegen Chatalbashev (2553) bin ich sogar etwas unzufrieden, da ich lange Zeit großen Vorteil hatte. Zunächst konnte ich in der Eröffnung einen Bauern gewinnen. Mein Gegner entschied sich dafür, auch noch die Qualität für etwas Gegenspiel zu geben.

Dieses äußerte sich in Form eines starken Freibauerns und in Angriffen auf meinen König.

Ich fand zwar nicht immer die besten Züge, konnte aber in ein Endspiel mit drei Mehrbauern abwickeln.  Diese wurden jedoch von dem gegnerischen Läufer so gut blockiert, dass ich keine Gewinnidee finden konnte, zumal Weiß weiterhin über den gefährlichen Freibauern verfügte. Also ließ ich mich auf eine Zugwiederholung ein. Schade, aber trotzdem eine sehr interessante Partie!

Interessante Partien gab es auch an anderen Brettern. Während sich Rausis und Ivanov an Brett 1 recht schnell friedlich trennten, kam es an Brett 2 zu einem heißen Kampf um einen Platz auf dem Siegertreppchen. Nachdem Karpatchev in Zeitnot zunächst ein einzügiges Matt übersah (siehe Diagramm), konnte er anschließend die Partie doch noch für sich entscheiden und sich somit den ersten Platz sichern.

Kopylov - Karpatchev     Es kam 32. ... Sd3

Das Matt gefunden hat hingegen Jens Ove Fries-Nielsen (2365) in seiner Partie gegen Banerjee Bitan (2334). Hier die Endstellung:

Durch seinen Sieg konnte Jens Ove zu dem Siegertrio mit 5,5 Punkten aufschließen. Die Rangreihe nach Buchholz war wie folgt: Karpatchev, Ivanov, Rausis und Fries-Nielsen. Schade, denn ich hätte dem sympathischen tschechischen Großmeister Igor Rausis den Turniersieg von Herzen gegönnt! Er hat nicht nur meiner Meinung nach das beste Schach gezeigt, sondern er hat auch sonst sehr viel zum guten Gelingen des Turniers beigetragen. Igor hat Seminare angeboten, regelmäßig bei den Livekommentierungen vorbei geschaut und stets mit seinen Gegnern die Partie sehr geduldig analysiert.

Sieger des Turniers: Aleksandr Karpatchev
Sieger des Turniers: Aleksandr Karpatchev

Niko und ich landeten auf dem 7. und 8. Platz. Für mich ein gutes, für ihn ein zufriedenstellendes Resultat. Schade, dass Niko die Preisgelder (bis einschließlich 6. Platz) knapp verpasst hat, für mich gab es den Frauenpreis und 21 Elopunkte.

Niko
Niko
In meiner Partie gegen Chatalbashev
In meiner Partie gegen Chatalbashev

Mit einem DWZ-Plus von 113 Punkten ist Frederik Svane der Held des Turniers. Seine Partien zeugten von kreativem und ehrgeizigem Spiel und er konnte zeigen, dass er auch mit deutlich Stärkeren gut mithalten kann. Ich bin sehr gespannt, wie er sich in den nächsten Jahren entwickeln wird und hoffe, dass er dem Schachsport erhalten bleibt!

Unser Schiedsrichter
Unser Schiedsrichter
Blick in den Turniersaal
Blick in den Turniersaal

Insgesamt war es ein wundervolles Turnier. Die Organisation war wirklich klasse und ich habe so gut wie gar nichts auszusetzen. Lediglich die fehlende Klimaanlage in den Hotelzimmern (der Spielsaal war gut klimatisiert) sorgte bei einigen Teilnehmern für Unmut. Ansonsten gab es alles, was sich ein Schachspieler nur wünschen kann: Einen großen, hellen, gut klimatisierten und geräumigen Spielsaal, Liveübertragung an fast allen Brettern, einen Übertragungsraum mit kompetenten Kommentatoren, einen großen Analyseraum, ein Gartenschachbrett, nach jeder Runde ein unterhaltsames und informatives Bulletin sowie gemeinsame Unternehmungen in Form von Stadtrundfahrten, Schachseminaren oder kulinarischen Abendprogrammen. Außerdem konnte jeder Open-Teilnehmer das GM-, IM- und Seniorenturnier  aktiv verfolgen und viele interessante Partien beobachten. Zudem konnte man in einem Blitz- und einem Schnellschachturnier selbst sein Können in anderen Disziplinen unter Beweis stellen.

Das Bulletin
Das Bulletin

Nächstes Jahr wird das Turnier wieder in den gleichen Räumlichkeiten vom 9.-17.August ausgetragen. Ein Termin, den ich mir auf jeden Fall vormerken werde, der sich aber auch mit der Schacholympiade überschneidet. Schade! Aber da ich immer versuche, das Positive zu sehen, formuliere ich es einfach so: Ich werde im August 2014 auf jeden Fall an einem tollen Event teilnehmen – entweder an der Schacholympiade oder an dem Lüneburger Open.

Ganz herzlichen Dank noch mal an das Organisationsteam, zu dem nicht nur Jonathan Carlstedt und Martin Becker gehören. Es gab auch weitere fleißige Helfer(innen), die sich um den Internetauftritt, die Verpflegung und die Fotos gekümmert haben. Ihr habt tolle Arbeit geleistet! Und vielen Dank auch an elativum, den Sponsor des Turniers. Vielen Dank, dass ihr zum Gelingen des Turniers beigetragen habt!

Bei der Siegerehrung
Bei der Siegerehrung
Nach der Siegerehrung =)
Nach der Siegerehrung =)