Tag 8


13.08.2011 – Eremitage und Ballett

 

Heute habe ich gleich zwei Punkte auf meiner to-do-Liste abhaken können. Und zwar war ich sowohl in der Eremitage als auch in einem russischen Theater, wo ich mir das Ballettstück „Schwanensee“ angeschaut habe. Insgesamt ein wundervoller Tag, an dem ich die russische Kultur noch ein bisschen mehr kennen und lieben gelernt habe.

Zu allererst habe ich jedoch erst mal das Wetter hier hassen gelernt. Schon auf meinem Weg zur Metro regnete es in Strömen und das änderte sich den ganzen Tag über nicht. Keine guten Bedingungen, wenn man vor der Eremitage unter freiem Himmel eine Stunde lang in der Schlange steht und seine Jacke in Deutschland gelassen hat.

Jedenfalls war ich unglaublich froh, als ich dann endlich im Gebäude war und durfte erfreut feststellen, dass Studenten keinen Eintritt bezahlen mussten (Helden der Sowjetunion, Soldaten und Veteranen des Zweiten Weltkrieges übrigens auch nicht).

Das Museum war natürlich echt eine Klasse für sich. Die Eremitage ist heute eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. In mehr als 350 Sälen sind über 60.000 Exponate ausgestellt, im Archiv befinden sich fast drei Millionen Objekte. Dazu gehören neben bedeutenden Skulpturen und wertvollen Möbeln auch berühmte Werke der klassischen europäischen Kunst. Unter den ausgestellten Bildern sind Werke holländischer und französischer Meister wie Rembrandt, Rubens, Matisse und Paul Gauguin. Außerdem sind zwei Gemälde des italienischen Universalgenies Leonardo da Vinci sowie 31 Gemälde des spanischen Malers Pablo Picasso ausgestellt. Leider konnte ich keine Bilder des spanischen Surrealisten Salvador Dali finden. Aber da muss ich wohl ins andere St. Petersburg (Florida) reisen um seine Werke bewundern zu können.

Auch wenn mir irgendwann die Füße wehtaten, hatten wir sehr viel Spaß und wir wurden sogar beinahe Zeugen eines riesen Skandals. Beinahe hätte ein kleiner Junge beim Stolpern die Skulptur von Michelangelo umgeschmissen. Zum Glück konnte er sich in letzter Sekunde noch fangen.

In den 3,5 Stunden, die ich in der Eremitage gewesen bin, habe ich jedenfalls sehr viel gesehen und wenn die Zeit es zulässt werde ich auf jeden Fall noch mal reingehen, da man in so kurzer Zeit unmöglich alle Räume anschauen kann. Für jeden, der sich auch nur ein bisschen für Kunst interessiert oder einfach nur das Flair des prunkvollen Gebäudes genießen möchte ein „Muss“.

Abends hatten wir dann glücklicher Weise Karten für „Schwanensee“ im Alexandrinskij Theater bekommen. Tja, was soll ich noch groß sagen… es war wirklich atemberaubend. Ich bin zwar kein großer Ballettfan und ich hatte das Stück auch schon mal in Deutschland gesehen, aber die Atmosphäre war wirklich umwerfend. Die Künstler waren super und die Musik hat mir als Geigenspielerin natürlich auch sehr gut gefallen. Nicht mal die zuspätkommenden, chipsessenden und ständig fotografierenden japanischen Touristen konnten meine Laune trüben. :-)