Tag 5


10.08.2011 – russisches Eis und „abgelaufenes“ Brot

 

Die Tatsache, dass ich meine Berichte nun meistens zwischen 24.00 Uhr und 01.00 Uhr schreibe deutet darauf hin, dass ich leider viel zu wenig Zeit habe um all meine Pläne und Aufgaben an einem Tag verwirklichen bzw. erledigen zu können. Also habe ich beschlossen meine Schlafenszeit zu kürzen (nebenbei auch ein interessantes physisches und psychologisches Experiment um herauszufinden wie viel Schlaf ich benötige um meine üblichen kognitiven Leistungen erbringen zu können).

Heute hatte ich nach meinem üblichen Unterricht noch einen Spezialkurs (Language plus), den ich zusammen mit zwei anderen Mädchen besuchte. 2,5 Stunden beschäftigten wir uns mit Themen wie Gesundheit, Kultur und russischer Literatur und wurden wegen der geringen Gruppengröße permanent gefordert. Das war genau das, was ich mir unter einem anspruchsvollen Kurs vorgestellt hatte, allerdings war ich danach auch fix und fertig. Da half nur noch eins: Süßes! Also beschlossen wir (eine kleine Gruppe von Studienstiftlern) für ein Eis in die Stadt zu gehen. Wir fanden ein nettes Cafe, in dem man schon für 16 Rubel (ca. 30 Cent) leckeres Eis bekommt. Nach dieser Zuckerzufuhr war ich dann auch wieder in der Lage zu denken. :-)

Übrigens sind die Lebenshaltungskosten in St. Petersburg nicht gerade gering. Eine Wohnung im Zentrum kostet ein halbes Vermögen und auch die Produkte im Supermarkt sind nicht billiger als in Deutschland. Man sollte also schon etwas Taschengeld mitnehmen, wenn man hier längere Zeit überleben möchte…

Später im Einkaufszentrum ist mir dann noch etwas lustiges passiert. Ich wollte mir ein Brot kaufen und stand vor einer großen Auswahl unterschiedlicher Sorten – doch alle waren bereits abgelaufen. Verzweifelt wühlte ich mich durch die gesamte Brotabteilung – ohne Erfolg. Etwas verzweifelt nahm ich dann schließlich die Sorte, deren Ablaufdatum sich am nächsten an dem heutigen Tag befand und verließ das Geschäft (also bezahlt hab ich natürlich auch noch :-). Zuhause stellte ich dann fest, dass das vermeintliche Ablaufdatum eigentlich das Herstellungsdatum war und die Russen doch nicht altes Brot bevorzugen.

Eine weitere Besonderheit, die mir aufgefallen ist, ist die Müllentsorgung. Hier kann ich natürlich nicht von allen Haushalten in St. Petersburg sprechen aber meine Gastmutter spült ihre Abfälle jeglicher Art einfach im Klo hinunter. Nunja, so spart man immerhin Müllsäcke und muss sich über Mülltrennung keine Gedanken machen…

 

bis morgen

eure Melanie