Tag 16


21.08.2011 – Freud-Museum

 

Leider bin ich wirklich etwas krank geworden. Allerdings hält mich das nicht davon ab weiter die Stadt unsicher zu machen und aus meinem Aufenthalt hier möglichst viel herauszuholen. Heute bin ich den Tag trotzdem etwas ruhiger angegangen. Das lag aber vor allem an meinem riesigen Berg an Hausaufgaben, die es heute abzuarbeiten galt. Inzwischen hab ich das auch geschafft, sollte jetzt aber eigentlich noch Vokabeln lernen. Meist erledige ich diese lästige Aufgabe auf dem Weg zur Schule oder wenn ich eine längere U-Bahn-Fahrt vor mir habe. Auch die Rolltreppen eignen sich ganz gut zum Einprägen von russischen Wörtern, die für mich nach wie vor alle ähnlich klingen und deshalb unglaublich schwer zu merken sind.

Heute Nachmittag hatte ich mal wieder so eine Vokabel-Lern-Fahrt. Ich bin nämlich quer durch die Stadt in Richtung Stadion gefahren. Dort in der Nähe befindet sich auch das Freud’sche Traummuseum, in welches ich unbedingt noch gehen wollte. Die Ausstellung, die mich im psychologischen Institut erwartete, war etwas ungewöhnlich aber dadurch auch sehr reizvoll. Zuerst konnte man sich in einem Zimmer über Freud, sein Leben und seine Theorien informieren. Danach gelangte man in einen dunklen Raum, der mit verschiedenen Bildern und Gegenständen ausgestattet war. Hier hatte man die Möglichkeit sich in eine Art Traumwelt zu begeben indem man die mystische Atmosphäre einfach auf sich wirken lies. Mir fiel es nicht ganz leicht, mich auf dieses Experiment einzulassen. Zum einen bin ich schon ein sehr neugieriger und offener Mensch und ich interessiere mich schon allein aufgrund meines Studienganges für Freud und die Psychoanalyse. Zum anderen schossen mir aber auch immer wieder Gedanken wie „hm, irgendwie ist das doch totaler Blödsinn“ und „ich glaube nicht, dass ein bisschen Musik und ein paar im Raum hängende Spiegel eine Traumwelt gut darstellen können“ durch den Kopf. Insgesamt war es jedoch eine interessante Ausstellung, die den Zugang zu einer bestimmten Thematik auf ganz andere Weise herstellen konnte.

Morgen soll ich in der Schule einen kleinen Vortrag auf Russisch halten – ich hoffe, dass bis dahin meine Stimme wieder da ist. :-) Vielleicht sollte ich doch mal den schwarzen Tee trinken, den ich bisher verschmäht habe…