Tag 14


19.08.2011 – Straßentanz

 

Im Moment ist es 0.40 Uhr und ich versuche trotz zunehmender Müdigkeit kurz die Ereignisse des heutigen (naja eigentlich gestrigen) Tages zusammenzufassen.

Erst mal bin ich völlig übermüdet und zerstochen aufgewacht. Schuld war eine sehr hartnäckige Mücke, die mich die ganze Nacht über gequält hat und deren nächtliches Treiben auch sichtbare Spuren an meinem Körper hinterlassen hat. Trotzdem war ich gut gelaunt, als ich mich für den heutigen Schultag fertig machte, denn es schien endlich mal wieder die Sonne.

Zum Glück schien diese nach unseren 6,5 Stunden Unterricht immer noch, sodass wir uns entschieden zu Fuß zu der Wodka-Party zu gehen. Vorher wollten wir noch Theaterkarten für das Wochenende besorgen (was leider nicht geklappt hat) und einen kleinen Imbiss zu uns nehmen (Blinny). So kam es, dass wir 1,5 Stunden zu spät kamen und die Hälfte der anwesenden Personen auch schon sehr angeheitert war. Ich muss gestehen, dass die Überschrift etwas irreführend ist, da ich heute nicht mehr als einen kleinen Schluck Wodka zu mir genommen habe. Das Getränk, dass uns dort nämlich angeboten wurde war alles andere als lecker und ich glaube, dass war echt der billigste Wodka, den man in ganz St. Petersburg auftreiben konnte. Also beschlossen wir zur Newa zu fahren und uns den Sonnenuntergang anzuschauen. Wir kamen noch gerade rechtzeitig um zu sehen, wie die Eremitage und die anderen Gebäude am Flussufer in goldenes Licht getaucht wurden. Wirklich ein unglaublich schöner Anblick!

Am anderen Flussufer sahen wir mehrere tanzende Paare, die sich zu der dort gespielten Musik bewegten. Ich war sehr von dem Zauber dieses Straßenballes beeindruckt und ließ mich auch schnell von dem Tanzfieber anstecken. Ich mischte mich also mit einer kleinen Gruppe von Studienstiftlern unter die Tanzenden. Die Atmosphäre war echt einzigartig und es störte sich auch keiner daran, dass wir nicht wie alle anderen in Paaren tanzten und auch keinen großen Wert auf die richtigen Tanzschritte legten. Alles war sehr ungezwungen und fröhlich und die hellerleuchtete Stadt trug auch ihren Teil zu der zauberhaften Stimmung bei.