Tag 10 - 1x Gold, 1x Silber und drei Brettpreise


Das war er, der diesjährige Mitropa-Cup und wie die Überschrift schon verrät, hätte er wirklich nicht besser laufen können.

Über die Begegnung Deutschland – Österreich bei den Männern ist schnell berichtet. Nach kurzer Zeit einigten sich die Bretter nach und nach auf Remis und der Mannschaftskampf endete mit einem für beide Mannschaften zufriedenstellenden 2-2. Deutschland sicherte sich mit dem Unentschieden den ersten Platz und auch Österreich konnte so noch einen Medaillenplatz erringen. Da die Italiener gewannen war es zwar am Ende „nur“ der dritte Platz, nichtsdestotrotz können die Österreicher sehr zufrieden mit dem Ergebnis sein.

Der Endstand im Männerturnier sieht wie folgt aus:

 

1. Deutschland 23

2. Italien 22

3. Österreich 21

4. Ungarn 20

5. Tschechien 18

6. Schweiz 16

7. Frankreich C 16

8. Frankreich A 15

9. Frankreich B 15

10. Slowakei 14

 

Anmerkung: die Franzosen benutzen ein etwas anderes Berechnungssystem: ein Verlust bringt einen Punkt, ein Unentschieden 2 und ein Sieg 3 Punkte.

 

Hier die Einzelergebnisse der Deutschen Männer:

 

Niclas: 6/9

Michael: 6,5/9

Andreas: 6/9

Matthias: 6/9

 

Bei Matthias hat das Resultat sogar für einen Brettpreis gereicht. Aber nicht nur für ihn, sondern für die ganze Mannschaft war der Mitropa-Cup 2011 ein sehr erfolgreiches Turnier und der 1. Platz war wirklich verdient.

Herzlichen Glückwunsch!

Die deutschen Frauen mussten heute noch mal etwas länger kämpfen. Zwar zeichnete sich irgendwann ab, dass es nicht mehr für den ersten Platz reichen würde (Italien besiegte Österreich mit 2-0) aber dennoch wollten wir natürlich das Maximum aus dem Turnier holen. Filiz konnte wieder mal ohne große Probleme gewinnen. Sie hatte zwar (wieder mal) nach 20 Zügen so gut wie keine Zeit mehr, lies sich davon jedoch nicht beeindrucken und verwertete ihre bessere Stellung souverän. Ich kann teilweise nur staunen, was sie alles mit 30 Sekunden sieht und wie überzeugend sie trotz enormer Zeitnot spielt. Das ist wahrscheinlich nicht immer so, aber ich kann ihr für dieses Turnier wirklich nur ein riesen Lob aussprechen. Ihre Spielweise spiegelt sich auch in ihrem Resultat wieder: 7/10 gegen einen Gegnerschnitt besser als die eigene Zahl ist denke ich ein sensationelles Ergebnis.

Ich musste mir meinen Sieg etwas härter erkämpfen. Mit Weiß konnte ich keinen großen Vorteil aus der Eröffnung holen und nach langem Herummanövrieren nur in ein Springer-Läufer-gegen-Doppelspringer-Endspiel abwickeln. Dieses war lange Zeit total ausgeglichen und ich freundete mich schon mit einer Punkteteilung an. Trotzdem wollte ich natürlich noch alles probieren um vielleicht doch noch einen ganzen Punkt ergattern zu können. Und siehe da, meine Gegnerin half mir dabei, indem sie die Stellung öffnete und so mein Läufer richtig zur Geltung kommen konnte. Nach 5,5 Stunden gab sie schließlich auf und ich konnte meine dritte Partie in Folge gewinnen. Mit 8/10 Punkten kann ich glaube ich mehr als zufrieden sein. Auch wenn ich in einigen Partien ziemlich viel Glück gehabt habe war der Mitropa-Cup als erstes Turnier nach einer längeren Schachpause für die Mannschaft und mich eine sehr erfolgreiche Veranstaltung. Neben der Silbermedaille konnten Filiz und ich zudem beide einen Brettpreis gewinnen. Allerdings bin ich mir nicht so ganz klar darüber wie wir das geschafft haben sollen, bzw. welche Kriterien hierbei eine Rolle gespielt haben sollen. Wir haben zwar ohne Frage beide eine beachtliche Punktzahl erreicht, die Italienerinnen waren jedoch noch etwas erfolgreicher. Mit 7/8 hat Elena Sedina zwar einen Punkt weniger als ich aber eindeutig die bessere Performance und Prozentzahl. Und Olga Zimina holte genauso viele Punkte wie Filiz, spielte aber eine Runde weniger. Naja, wir wollen uns mal nicht beschweren….

 

Hier der Endstand bei den Frauen:

 

1. Italien 28

2. Deutschland 26

3. Ungarn 18

4. Tschechien 17

5. Österreich 16

6. Slowakei 15

 

Die Siegerehrung wurde sehr knapp gehalten, da die meisten Spieler so schnell wie möglich zum Bahnhof bzw. Flughafen gelangen wollten. Michael, Filiz und ich werden jedoch erst morgen abreisen und können so noch einmal das leckere Essen hier genießen. :-)

Gerade hat Filiz es dann doch noch geschafft mich zu schocken. Ganz aufgeregt kam sie zu mir und meinte, dass unsere Tür nicht mehr aufgehen würde. Das war gar nicht so abwegig, da auch bei Niclas und Andreas die Tür seit gestern defekt ist (sie geht allerdings nicht mehr zu). Ich bin also mit ihr zu unserem Bungalow und zu zweit haben wir vergeblich versucht unsere Tür zu öffnen. Schließlich wurde noch Michael zu Hilfe gerufen und als auch er sich ohne Erfolg an unserem Bungalow zu schaffen gemacht hatte, beschlossen wir das Personal in unsere Bemühungen mit einzubeziehen. Plötzlich zog Filiz dann einen anderen Schlüssel aus der Hosentasche und fragte seelenruhig: „Sag mal kann es sein, dass das der falsche Schlüssel ist?“ So war es auch: wir hatten die ganze Zeit versucht mit Michaels Schlüssel, den Filiz ausversehen eingesteckt hatte, unsere Tür zu öffnen. :-)

 

Ende gut, alles gut und in diesem Sinne beende ich meine Berichterstattung aus Merlimont und melde mich spätestens wieder aus Griechenland um live von der EM zu berichten!

 

Viele Grüße

Eure Melanie