3. Runde


Bei jedem Turnier, das ich zusammen mit meinem Freund Nikolas Lubbe spiele, tragen wir einen freundschaftlichen Wettstreit aus. Es geht darum, so viele Partien wie möglich schneller zu beenden als der andere. Die eigentlich unsinnige Idee resultiert aus unserem ersten gemeinsamen Turnier, bei dem ich fast immer bis ganz zum Schluss gespielt habe und er jede Runde auf mich warten musste. Warum ich das hier schreibe? Na ganz klar: Weil ich gerade 3:0 führe und das der einzige Lichtblick des heutigen Tages zu sein scheint.

Irgendwie scheint sich meine Rechenfähigkeit heute vor mir versteckt zu haben, sodass ich a) total viel Zeit verbraucht habe und b) keine gescheiten Varianten berechnen konnte. Deshalb war meine Niederlage gegen Hauke Reddmann eigentlich durchaus verdient. Trotzdem kann ich mich mit dem Verlust noch nicht so richtig abfinden, da ich einen Zug vor der Schlussstellung das Schlimmste überstanden hatte und sogar besser stand. Vielleicht lässt sich mein Patzer durch die Tatsache erklären, dass es hier in Osterburg zu spuken scheint. Obwohl wir keine Fernbedienung haben, geht der Fernseher mehrmals am Tag plötzlich an und nachts kann man im nahgelegenen Wald geheimnisvolle Lichter sehen. Vielleicht ist der Partieausgang aber auch eher meinem schlechten Spiel zu verdanken (aber nur vielleicht :-)). Ihr könnte euch einfach selbst ein Bild machen, indem ihr euch die kommentierte Partie anschaut.

Wenigstens konnte ich heute mal die Schwimmhalle der Sportanlage von innen besichtigen. Zum Glück waren nicht ganz so viele Familien mit Kindern anwesend, sodass ich nur begrenzt Slalom-Schwimmen betreiben musste. Aber noch „schlimmer“ als kleine Kinder oder betagte Rückwärtsschwimmer sind die wenigen anwesenden Männer „in ihren besten Jahren“, die sich ohne Rücksicht auf Verluste durch die Bahnen kraulen. Und wenn eines dieser Exemplare dann versehentlich über einen drüber schwimmt, dann wird sich nicht umgeguckt oder entschuldigt…. neeeein dann geht´s munter weiter und in der nächsten Runde wiederholt sich dann das ganze Spiel.

Ich habe übrigens meine Meinung über die Verpflegung hier geändert. Zunächst war ich ja nicht so angetan von dem kulinarischen Angebot vor Ort, aber nachdem es dann ab dem zweiten Tag Vollkornbrötchen zum Frühstück gab, begann ich meine Einstellung zu ändern. Und der Obstsalat heute Abend hat dann endgültig das Ruder rumgerissen. :-)

Okay, zurück zum Schach. Den Preis für die schönste Partie der zweiten Runde erhielt Rasmus Svane, der seinen souveränen Angriff gegen Hauke Reddmann mit einer hübschen Kombination krönte. Die dritte Runde brachte dagegen meiner Meinung nach nicht so spektakuläre Partien mit sich. Meist konnten die Favoriten mit ihrem positionellen Geschick überzeugen und den Gegner langsam überspielen. Zurzeit kämpft nur noch Niclas Huschenbeth gegen Matthias Blühbaum. Das Endspiel ist nach meinem Verständnis nicht zu gewinnen, aber erstens ist mein Endspielverständnis nicht besonders fundiert und zweitens ist in einer praktischen Partie eh alles möglich. Momentan haben also nur Fridman und Siebrecht drei Punkte; da aber noch 6 Runden zu spielen sind, ist es noch zu früh, um Prognosen bezüglich Turniersieg aufzustellen.

 

Viele Grüße aus Osterburg

Melanie